Zum Inhalt springen
digiteo
Menü

ChatGPT Prompts: Methode und 15 Vorlagen für Unternehmen

Ein guter ChatGPT Prompt hat vier Teile: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format. Die Methode, 15 Prompts für Marketing, Vertrieb und Büro und die Grenzen.

Von , Chefredakteur
Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Ein guter ChatGPT Prompt legt vier Dinge fest, nämlich Rolle, Kontext, Aufgabe und Format der Antwort. Mit dieser Struktur bekommt ein kleines Unternehmen beim ersten Versuch brauchbare Texte statt austauschbarer Floskeln, und die 15 Prompts weiter unten passen Sie in Sekunden an, indem Sie die Angaben in eckigen Klammern ersetzen.

Der Einsatz in deutschen Firmen wächst schnell. Laut Statistischem Bundesamt nutzte 2024 jedes fünfte Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten KI-Technologien, nach 12 % im Vorjahr. Eine Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten kam im Sommer 2025 auf 36 %, nach 20 % ein Jahr zuvor. Die beiden Erhebungen arbeiten mit unterschiedlichen Methoden und sind nicht direkt vergleichbar, die Richtung ist aber eindeutig. Ob das Tool im Alltag Zeit spart oder Zeit kostet, entscheidet sich meist an der Formulierung der Anfrage.

Was ist ein ChatGPT Prompt?

Ein Prompt ist die Anweisung an das Tool: eine Frage, ein Schreibauftrag, ein Dokument zum Zusammenfassen, eine Tabelle zum Auswerten. ChatGPT errät Ihre Absicht nicht, es interpretiert Ihre Worte. Eine vage Bitte („Schreib einen LinkedIn-Post“) liefert einen vagen Text, weil das Modell die Lücken mit der wahrscheinlichsten Formulierung füllt, und die ist zugleich die gewöhnlichste.

Das Hilfecenter von OpenAI fasst die Grundregel so zusammen: Prompts klar und konkret formulieren, genug Kontext mitgeben und dann iterieren, also die Antwort prüfen und den Prompt auf dieser Basis nachschärfen. Das ist nicht technisch, aber viele Nutzer bleiben beim ersten Entwurf stehen.

Wie schreibt man gute Prompts? Die Methode in vier Teilen

Behalten Sie dieses Gerüst und füllen Sie es aus:

  1. Rolle: Wer soll das Tool sein? „Du bist Marketingleiterin eines B2B-Dienstleisters mit 15 Mitarbeitenden.“ Die Rolle bestimmt Wortschatz und Blickwinkel.
  2. Kontext: Ihr Unternehmen, Ihre Zielgruppe, was bereits versucht wurde, Ihre Vorgaben. Diesen Teil lassen die meisten weg, dabei verändert er die Antwort am stärksten.
  3. Aufgabe: ein Verb, ein Ergebnis. „Formuliere drei Betreffzeilen“, nicht „Hilf mir bei meinem Newsletter“.
  4. Format: Länge, Ton, Aufbau, Sprache. „Höchstens 120 Wörter, direkter Ton, Sie-Form, am Ende eine Aufzählung.“

Drei Gewohnheiten verbessern die Ergebnisse zusätzlich:

  • Ein Beispiel mitgeben, das Ihnen gefällt (eine alte E-Mail, ein erfolgreicher Post). Das Tool imitiert besser, als es erfindet.
  • Lange Aufgaben aufteilen. Erst eine Gliederung anfordern, freigeben, dann Abschnitt für Abschnitt schreiben lassen.
  • Varianten verlangen. Drei Vorschläge statt einem, aus denen Sie auswählen und kombinieren.

Korrigieren Sie anschließend im selben Chat: „kürzer“, „weniger werblich“, „Fachjargon durch einfache Wörter ersetzen“. Das Tool behält den Kontext, und Sie müssen nicht alles neu formulieren. Ein Hinweis zur Anrede: Schreiben Sie ausdrücklich „Sie-Form“ oder „Du-Form“ in den Prompt, sonst wechselt das Modell gern zwischen beiden.

Welche ChatGPT Prompts helfen einem kleinen Unternehmen?

Ersetzen Sie die Angaben in Klammern. Fügen Sie keine Kundennamen, personenbezogenen Daten oder vertraulichen Zahlen ein (mehr dazu im Abschnitt zum Datenschutz).

Marketing und Kommunikation

1. Zielgruppe schärfen. „Du bist Marketingberater. Mein Unternehmen bietet [Leistung] für [Kundentyp] in [Region] an. Beschreibe drei typische Kundenprofile: ihre Bedürfnisse, ihre Einwände vor dem Kauf und die Begriffe, mit denen sie nach einer Lösung suchen. Stelle das als Tabelle dar.“ Ein guter Ausgangspunkt für eine echte Buyer Persona.

2. Redaktionsplan. „Schlage 12 Blogthemen für [Unternehmen] vor, eines pro Monat, die Fragen beantworten, die [Zielgruppe] wirklich stellt. Jeweils mit Titel, beantworteter Frage und Suchintention (informieren, vergleichen, kaufen).“

3. LinkedIn-Post. „Schreibe einen LinkedIn-Post mit 150 Wörtern über [Thema oder Erlebnis] für Inhaber kleiner Unternehmen. Beginne mit einer konkreten Tatsache, nicht mit einer Allgemeinheit. Sachlicher Ton, keine Emojis, keine Hashtags im Text, am Ende eine offene Frage.“

4. Newsletter. „Hier sind die drei Neuigkeiten meines Unternehmens in diesem Monat: [Liste]. Schreibe einen Newsletter mit 250 Wörtern, einer Betreffzeile unter 50 Zeichen, einer Einleitung in einem Satz und einem Call-to-Action-Button. Schlage drei verschiedene Betreffzeilen vor.“ Wie es danach weitergeht, erklärt unser Ratgeber zum E-Mail-Marketing, einschließlich Double-Opt-in.

5. Seite umschreiben. „Hier ist der Text meiner Leistungsseite: [Text]. Formuliere ihn so um, dass ein Laie in zehn Sekunden versteht, was wir tun, für wen und ab welchem Preis. Alle Fakten bleiben korrekt, keine zusätzlichen Versprechen.“

Vertrieb und Kundenbeziehung

6. Nachricht nach dem Erstkontakt. „Du arbeitest im Vertrieb in [Branche]. Ich habe [Funktion] von [Unternehmensgröße und Branche] auf [Messe oder Veranstaltung] kennengelernt und die Erlaubnis bekommen, mich zu melden. Schreibe eine E-Mail mit 90 Wörtern: eine Idee, ein messbarer Nutzen, eine einfache Abschlussfrage. Keine Füllsätze.“ Unaufgeforderte Werbe-E-Mails ohne Einwilligung sind in Deutschland auch im B2B unzulässig. Welche Kanäle erlaubt sind, steht in unserem Ratgeber zur B2B-Kundenakquise.

7. Nachfassen nach einem Angebot. „Ein Interessent hat vor zehn Tagen unser Angebot für [Leistung] erhalten und nicht geantwortet. Schreibe eine kurze, höfliche Nachfass-Mail, die ein 15-minütiges Telefonat vorschlägt und den wichtigsten Nutzen wiederholt. Zwei Fassungen: eine neutrale, eine direktere.“

8. Einwände behandeln. „Nenne die fünf häufigsten Einwände eines Kunden, der bei [Produkt oder Leistung] zu [Preis] zögert. Schlage zu jedem eine ehrliche Antwort in zwei Sätzen vor, ohne Wettbewerber schlechtzumachen.“

9. Antwort auf eine negative Bewertung. „Hier ist eine negative Bewertung aus unserem Google Unternehmensprofil: [Text ohne Namen des Verfassers]. Schreibe eine öffentliche Antwort mit 80 Wörtern, ruhig, die das Problem anerkennt, erklärt, was wir ändern, und zum persönlichen Gespräch einlädt.“ Warum die Antwort so viel zählt wie die Sterne, zeigt unser Artikel, wie Sie Google-Bewertungen bekommen.

10. Termin vorbereiten. „Morgen treffe ich den Inhaber eines Betriebs aus [Branche], der [Bedarf] hat. Bereite zehn Fragen vor, mit denen ich seine Situation, sein Budget, seinen Zeitplan und seine Entscheidungskriterien verstehe. Ordne sie für ein Gespräch von 30 Minuten.“

Büro und Organisation

11. Protokoll. „Hier sind meine Rohnotizen aus einer Besprechung: [anonymisierte Notizen]. Mache daraus ein Protokoll: getroffene Entscheidungen, Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen, offene Fragen. Als Tabelle, höchstens 200 Wörter.“

12. Arbeitsanweisung. „Schreibe eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für [wiederkehrende Aufgabe, zum Beispiel einen Neukunden anlegen]. Zielgruppe: eine neue Mitarbeiterin. Höchstens zehn Schritte, ein Satz pro Schritt, mit den verwendeten Tools.“

13. Stellenanzeige. „Schreibe eine Stellenanzeige für [Position] (m/w/d) in einem Unternehmen mit [Anzahl] Mitarbeitenden in [Stadt]. Aufgaben, Profil, Gehaltsrahmen und Vorteile. Neutrale, inklusive Sprache, keine Superlative, 300 Wörter.“ Lassen Sie den Text danach auf Vereinbarkeit mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz prüfen, denn diskriminierende Formulierungen können Entschädigungsansprüche auslösen.

14. Heikles Schreiben. „Schreibe eine bestimmte, aber höfliche Zahlungserinnerung an einen Kunden, der eine Rechnung über [gerundeter Betrag] seit [Anzahl] Tagen nicht bezahlt hat. Nenne das Fälligkeitsdatum und biete eine Ratenzahlung an. Professioneller Ton, keine Drohungen.“

15. Tabelle auswerten. „Hier ist eine anonymisierte Tabelle meiner Monatsumsätze: [Daten]. Nenne die drei wichtigsten Trends, die auffälligen Monate und zwei mögliche Erklärungen. Kennzeichne klar, was eine Vermutung ist.“

Wo liegen die Grenzen von ChatGPT?

ChatGPT erzeugt plausible Texte, keine geprüften. Es kann eine Statistik, ein Urteil oder einen Steuersatz mit derselben Sicherheit erfinden wie eine wahre Tatsache. Die Datenschutzkonferenz rät in ihrer Orientierungshilfe ausdrücklich, Ergebnisse auf Richtigkeit zu prüfen. Drei Regeln verhindern die meisten Pannen:

  • Jede Zahl, Regel und Frist prüfen, bevor Sie sie verwenden. Bei Steuern, Arbeitsrecht und Preisen ist das nicht verhandelbar.
  • Nie ohne menschliche Überarbeitung veröffentlichen. Der generische Ton fällt auf und schadet einer Marke, die sich abheben will.
  • Das Tool sagen lassen, was es nicht weiß: Ergänzen Sie Ihre Prompts um „Wenn du dir nicht sicher bist, sag es“.

Für SEO gilt: Ein Text vom Fließband ohne eigene Substanz rankt nicht besser als jeder andere. Den Unterschied machen Ihre Zahlen, Ihre Kundenfälle und Ihre Erfahrung, und die kennt das Tool nicht. Nutzen Sie es zum Strukturieren und Umformulieren, nicht als Ersatz für Ihr Wissen.

Was sollten Sie nie in ChatGPT eingeben?

Behandeln Sie einen Chatbot wie einen externen Dienstleister: Teilen Sie nur, was Sie auch einem Externen geben dürften. Das schließt personenbezogene Kundendaten, Personalakten, Passwörter und alles unter Geheimhaltungsvereinbarung aus.

In der Praxis:

  • Anonymisieren: [Kunde A], [Projekt X], gerundete Beträge. Für eine Nachfass-Mail braucht das Tool keinen echten Namen.
  • Kontoeinstellungen anpassen: Bei einem privaten Konto unter Einstellungen, Datenkontrollen die Option „Das Modell für alle verbessern“ abschalten, damit neue Chats nicht zum Training verwendet werden. Bei Free-, Plus- und Pro-Konten ist diese Freigabe laut OpenAI standardmäßig aktiv.
  • Für Teams einen Business-Tarif wählen: OpenAI erklärt, Daten aus ChatGPT Business, ChatGPT Enterprise und der API standardmäßig nicht zum Training zu nutzen. Lesen Sie trotzdem den Auftragsverarbeitungsvertrag, bevor Sie sich festlegen.
  • Gemeinsame Vorlagen ausgeben, wie die auf dieser Seite. Ein fester Rahmen begrenzt, was aus Gewohnheit hineinkopiert wird.

Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz vom 6. Mai 2024 empfiehlt genau diese Linie: betriebliche Accounts statt privater, verbindliche interne Regeln und die frühzeitige Einbindung von Datenschutzbeauftragten und Betriebsrat. Personenbezogene Daten Ihrer Kunden unterliegen der DSGVO, auch wenn sie nur in einem Chatfenster landen.

Wie wählen Sie ein Tool aus und schulen Ihr Team?

ChatGPT ist nicht der einzige Assistent. Wer ohne Abo vergleichen will, findet die wichtigsten Alternativen in unserer Übersicht der kostenlosen KI-Tools. Für ein kleines Unternehmen zählen vor allem: Speicherort der Daten und Vertragsbedingungen, gemeinsame Prompt-Bibliotheken, Verwaltung der Konten und die Kosten pro Nutzer im Verhältnis zur gesparten Zeit.

Schulung ist inzwischen auch Pflicht: Seit dem 2. Februar 2025 verlangt die europäische KI-Verordnung von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, dass ihre Beschäftigten über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Ein halber Tag zur Vier-Teile-Methode und zu den Datenschutzregeln bringt mehr als ein teureres Abo. Legen Sie danach eine gemeinsame Sammlung Ihrer besten Prompts an, sortiert nach Aufgaben, und aktualisieren Sie sie, sobald eine Formulierung bessere Ergebnisse liefert.

Häufige Fragen

Was ist ein Prompt bei ChatGPT?

Ein Prompt ist die Anweisung, die Sie in ChatGPT eingeben: eine Frage, ein Schreibauftrag, ein Dokument zum Zusammenfassen oder eine Tabelle zum Auswerten. Er kann aus einem Satz oder aus mehreren Absätzen mit Kontext, Beispielen und gewünschtem Format bestehen. Die Qualität der Antwort hängt vor allem davon ab, wie präzise diese Anweisung ist, denn das Tool füllt Lücken mit den gewöhnlichsten Formulierungen.

Wie schreibt man einen guten ChatGPT Prompt?

Nennen Sie vier Dinge: die Rolle, die das Tool einnehmen soll, den Kontext (Ihr Unternehmen, Ihre Kunden, Ihre Vorgaben), die konkrete Aufgabe und das Format der Antwort (Länge, Ton, Aufbau). Lesen Sie das Ergebnis und verfeinern Sie es im selben Chat, statt neu anzufangen. Genau dieses schrittweise Vorgehen empfiehlt auch das Hilfecenter von OpenAI.

Darf man Kundendaten in ChatGPT eingeben?

Mit einem privaten Konto sollten Sie das nicht tun. Ersetzen Sie Namen, Adressen und Beträge durch Platzhalter wie [Kunde A] und schalten Sie unter Einstellungen, Datenkontrollen die Option zum Verbessern des Modells ab. Die deutschen Datenschutzbehörden raten in ihrer Orientierungshilfe vom Mai 2024 zu betrieblichen Accounts und klaren internen Regeln, denn die DSGVO gilt auch beim Chatbot.

Kann ChatGPT Fehler machen?

Ja. Das Tool kann eine Zahl, eine Quelle, ein Datum oder eine Rechtsvorschrift erfinden und dabei völlig überzeugt klingen. Alles, was Steuern, Recht, Preise oder Statistiken betrifft, muss vor der Veröffentlichung oder dem Versand an einen Kunden mit einer offiziellen Quelle abgeglichen werden. Die Bitte, Unsicherheiten zu kennzeichnen, verringert das Problem, beseitigt es aber nicht.

Quellen

  1. OpenAI Help Center, Prompt engineering best practices for ChatGPT
  2. Datenschutzkonferenz (DSK), Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (06.05.2024)
  3. Bitkom, Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz: 36 Prozent der Unternehmen nutzen KI (15.09.2025)
  4. Destatis, Jedes fünfte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (25.11.2024)
  5. OpenAI, Business data privacy, security and compliance