Firmenwebsite erstellen: Optionen, Kosten und Schritte
Baukasten, WordPress oder individuell: So erstellen Sie eine Firmenwebsite, ab rund 144 € im Jahr selbst gemacht bis zu einigen Tausend Euro mit Profi.
Von Hugo Marceau, Chefredakteur
Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Wer eine Firmenwebsite erstellen will, wählt zwischen einem Homepage-Baukasten (am einfachsten), einem CMS wie WordPress (am flexibelsten) und einer Individualentwicklung (am teuersten). Das Budget reicht von rund 144 Euro im Jahr für einen Baukasten in Eigenregie bis zu mehreren Tausend Euro mit Freelancer oder Agentur, deren Preis sich nach den Arbeitsstunden richtet.
Die Technik ist heute selten das Problem. Jedes aktuelle Werkzeug liefert eine saubere Website. Woran Unternehmenswebsites scheitern, passiert fast immer davor (ein unklares Ziel) oder danach (Seiten, die nie gepflegt werden und bei Google niemand findet). Dieser Ratgeber folgt deshalb der tatsächlichen Reihenfolge eines Projekts.
Wofür braucht Ihr Unternehmen die Website?
Eine Firmenwebsite hat eine Hauptaufgabe. Alles andere leitet sich daraus ab:
- Gefunden und kontaktiert werden. Die klassische Visitenkarte im Netz für Handwerksbetrieb, Steuerkanzlei oder Ladengeschäft. Entscheidend sind lokale Sichtbarkeit und eine Telefonnummer oder ein Formular, das sofort ins Auge fällt.
- Online verkaufen. Ein Shop mit Zahlung, Lagerbestand und Versand. Technik und Recht sind hier deutlich anspruchsvoller.
- Qualifizierte Anfragen gewinnen. Ein B2B-Dienstleister, der mit Fachinhalten Interessenten anzieht und sie auf eigenen Landingpages in Anfragen verwandelt.
- Termine und Buchungen annehmen. Restaurant, Ferienwohnung, Friseursalon oder jede Leistung, die nach Termin verkauft wird.
Schreiben Sie dieses Ziel in einem Satz auf, am besten mit einer Zahl („zehn Angebotsanfragen pro Monat“). Es entscheidet später über Werkzeug, Seitenzahl und Budget.
Baukasten, WordPress oder individuell: Welche Option passt?
| Option | Beispiele | Geeignet für | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| Homepage-Baukasten | IONOS MyWebsite, Jimdo, Wix, Shopify | Selbstständige, kleiner Shop, lokaler Dienstleister | Schnell online, Hosting und Sicherheit inklusive | Dauerabo, Umzug zu anderem Anbieter mühsam |
| CMS | WordPress, WooCommerce | Wachsende Firma, Inhalte, mittlerer Shop | Freiheit, Tausende Plugins, Website portabel | Updates und Sicherheit liegen bei Ihnen |
| Individualentwicklung | Eigene Programmierung | Spezielle Funktionen, viel Traffic | Genau auf den Bedarf zugeschnitten | Kosten, Abhängigkeit vom Entwickler |
Ein Baukasten ist Miete. Sie zahlen ein Monatsabo, in dem Hosting, Updates und Support enthalten sind. Das ist der schnellste Weg zu einer Website, die in wenigen Tagen online ist. Der Preis dafür: Wechseln Sie eines Tages das System, bauen Sie die Seiten neu.
Ein CMS wie WordPress ist freie Open-Source-Software, die Sie bei einem Hoster Ihrer Wahl installieren. Die Website gehört Ihnen, und Sie können den Dienstleister jederzeit wechseln. Dafür muss sich jemand um Sicherheitsupdates, ein gutes Theme, sinnvolle Plugins und ein passendes Webhosting kümmern.
Eine Individualentwicklung lohnt sich nur, wenn kein vorhandenes System leistet, was Sie brauchen: ein Produktkonfigurator, ein Kundenportal mit Anbindung an Ihre Warenwirtschaft, eine Plattform mit sehr vielen Besuchern.
Was kostet eine Firmenwebsite?
Aussagen wie „eine Website kostet zwischen 500 und 50.000 Euro“ helfen niemandem. Sinnvoller ist es, in zwei Blöcken zu rechnen: laufende Fixkosten und Arbeitszeit.
Fixkosten. Als Beispiel ein deutscher Anbieter: IONOS nennt für seinen Baukasten MyWebsite Now folgende regulären Monatspreise inklusive Mehrwertsteuer (abgerufen im November 2026). Für die ersten Monate gibt es jeweils Rabattaktionen, eine Domain ist im ersten Jahr kostenlos.
| Tarif | Regulärer Monatspreis | Pro Jahr (unsere Rechnung) | Unterseiten |
|---|---|---|---|
| Starter | 12 € | 144 € | 10 |
| Plus | 18 € | 216 € | 200 |
| Pro | 33 € | 396 € | unbegrenzt |
Eine einfache Unternehmenswebsite im Baukasten kostet also nach Ablauf der Aktionspreise etwa 144 bis 396 Euro im Jahr. Prüfen Sie bei jedem Anbieter den Preis nach der Einführungsphase, denn die Lockangebote der ersten Monate sagen wenig über die Dauerkosten. Bei WordPress ersetzt die Hosting-Rechnung das Abo, dazu kommen je nach Projekt kostenpflichtige Plugins oder ein Premium-Theme.
Arbeitszeit, wenn Sie die Website erstellen lassen. Eine amtliche Statistik zu Webdesign-Preisen gibt es in Deutschland nicht. Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap, eine Umfrage unter rund 5.400 Selbstständigen, nennt einen durchschnittlichen Stundensatz von 103 Euro über alle Fachbereiche. Mit dem Tagessatz-Rechner können Sie nachvollziehen, wie sich solche Sätze aus Kosten und abrechenbaren Stunden ergeben.
Wendet man diese 103 Euro auf realistische Aufwände an, ergeben sich folgende Schätzungen (netto, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer):
| Projekt | Geschätzte Stunden | Kosten bei 103 € pro Stunde |
|---|---|---|
| Unternehmenswebsite, 5 bis 8 Seiten, angepasstes Theme | 40 bis 80 | 4.120 bis 8.240 € |
| Website mit Blog und einer Seite pro Leistung | 80 bis 120 | 8.240 bis 12.360 € |
| Onlineshop mit einigen Hundert Produkten | 120 bis 240 | 12.360 bis 24.720 € |
Die Stundenzahlen sind Annahmen, die Sie mit jedem Angebot abgleichen sollten: Fragen Sie immer, wie viele Stunden für welche Aufgaben geplant sind. Ein Freelancer in einer ländlichen Region wird oft günstiger sein, eine etablierte Agentur in München oder Hamburg teurer.
Vergessen Sie die Inhalte nicht. Texte, professionelle Fotos und Produktbeschreibungen kosten oft so viel wie die Technik, und sie sind es, die Besucher bringen.
In welchen Schritten erstellen Sie eine Firmenwebsite?
- Ziel und Budget festlegen. Ein Satz, eine Zahl, ein Rahmen.
- Domain registrieren. Kurz, passend zum Firmennamen, und auf Ihr Unternehmen eingetragen, nicht auf den Dienstleister.
- Seiten planen. Startseite, eine Seite pro Leistung oder Produktgruppe, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutzerklärung. Eine Seite pro Suchintention, nicht eine Seite, die alles abdecken soll.
- Werkzeug wählen anhand der Tabelle oben, bei einem CMS auch den Hoster.
- Texte schreiben, bevor das Design poliert wird. Der Inhalt bestimmt das Layout, nicht umgekehrt.
- Website bauen: Theme, Seiten, Formulare, Statistik.
- Testen auf dem Smartphone, in mehreren Browsern, und jedes Formular selbst abschicken.
- Veröffentlichen und Google Bescheid geben. Die Website in der Google Search Console anmelden und, wenn Sie in einer Region arbeiten, ein Unternehmensprofil bei Google anlegen oder verknüpfen.
Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet ist Schritt 8 so wichtig wie die Website selbst. Viele Kunden sehen zuerst Ihr Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen und Öffnungszeiten, bevor sie überhaupt auf Ihre Seiten klicken.
Welche rechtlichen Pflichten gelten für eine Firmenwebsite?
Deutschland regelt hier mehr als viele andere Länder. Vier Punkte betreffen fast jede Unternehmenswebsite.
Impressum. Nach § 5 DDG (das Digitale-Dienste-Gesetz hat 2024 das Telemediengesetz abgelöst) müssen Anbieter geschäftsmäßiger digitaler Dienste leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar angeben: Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine E-Mail-Adresse für schnellen Kontakt, Handelsregister und Registernummer, bei reglementierten Berufen Kammer und Berufsbezeichnung sowie gegebenenfalls die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ein Verstoß kann nach § 33 DDG ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Häufiger sind in der Praxis Abmahnungen durch Mitbewerber nach dem UWG.
Datenschutzerklärung und Cookies. Sobald Sie personenbezogene Daten verarbeiten, und das tut schon jedes Kontaktformular, verlangt die DSGVO eine verständliche Datenschutzerklärung. Für Cookies und Tracking, die nicht unbedingt erforderlich sind, brauchen Sie nach § 25 TDDDG eine vorherige Einwilligung, also ein Banner mit echter Wahlmöglichkeit.
Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern, etwa Onlineshops und Buchungsstrecken. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten (weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme), sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Alternativtexte für Bilder, ausreichende Kontraste und per Tastatur bedienbare Formulare sind trotzdem eine gute Idee.
Online verkaufen. Mit dem Shop kommen Widerrufsbelehrung, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Preisangaben inklusive Mehrwertsteuer und die Button-Lösung („zahlungspflichtig bestellen“) hinzu. Für einen Onlineshop lohnt sich eine Prüfung durch einen Anwalt oder die IHK.
Wie wird die Website schnell und bei Google sichtbar?
Eine Website, die niemand findet, bringt nichts. Drei Prioritäten ab dem ersten Tag:
- Ladezeit. Googles Core Web Vitals gelten als gut bei einem Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, einer Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und einem Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1, gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Typische Bremsen sind zu große Bilder und überflüssige Plugins, mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Core Web Vitals.
- Struktur. Eine Seite pro Leistung, mit Titel und Text in den Worten, die Ihre Kunden eintippen, statt einer Sammelseite für alles.
- Inhalte. Nützliche, aktuelle Seiten, die genau die Fragen beantworten, die Sie jede Woche am Telefon hören.
Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
- Die Domain auf den Dienstleister laufen lassen. Endet die Zusammenarbeit im Streit, ist Ihre Adresse weg. Bestehen Sie auf einer Registrierung auf Ihr Unternehmen.
- Mit dem Design anfangen. Eine schöne Website ohne fertige Texte bleibt monatelang eine Baustelle.
- Die Wartung vergessen. Eine WordPress-Website ohne Updates wird zum Angriffsziel. Planen Sie Zeit oder einen Wartungsvertrag ein.
- Das Smartphone ignorieren. Testen Sie jede Seite auf einem kleinen Bildschirm, denn dort sehen viele lokale Kunden sie zuerst.
- Nichts messen. Ohne Statistik und gezählte Anfragen wissen Sie nicht, ob sich die Website rechnet.
Unsere Liste der häufigsten SEO-Fehler ergänzt diese Punkte auf der Suchmaschinenseite.
Selbst machen oder erstellen lassen?
Selbst machen funktioniert, wenn Sie Zeit, einen einfachen Bedarf und Lust aufs Lernen haben: Ein Baukasten und eine Woche Abendarbeit reichen für eine ordentliche Visitenkarte im Netz. Ein Profi lohnt sich, wenn die Website schnell Aufträge bringen soll, wenn das Image zählt (freie Berufe, hochpreisige Leistungen) oder wenn Sie besondere Funktionen brauchen.
Um zwei Angebote zu vergleichen, stellen Sie beiden Anbietern dieselben Fragen: Wie viele Stunden, und wer arbeitet daran? Wer schreibt die Texte? Auf wen laufen Domain, Website und Zugänge? Was umfasst die Wartung, und was kostet sie? Wie wird die Sichtbarkeit bei Google berücksichtigt? Ein seriöser Anbieter antwortet schriftlich und übergibt bei Abnahme alle Zugangsdaten.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die Preise wurden im November 2026 geprüft und können sich ändern.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Der Preis folgt den Arbeitsstunden. Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap nennt einen durchschnittlichen Stundensatz von 103 Euro. Eine Unternehmenswebsite mit fünf bis acht Seiten auf Basis eines angepassten Themes braucht realistisch 40 bis 80 Stunden, also rund 4.120 bis 8.240 Euro netto. Lassen Sie sich im Angebot immer die geplanten Stunden nennen.
Kann ich eine Firmenwebsite kostenlos erstellen?
Viele Baukästen lassen sich kostenlos testen, die Gratisversionen sind aber zeitlich begrenzt oder zeigen eine Adresse und Werbung des Anbieters. Eine Firmenwebsite braucht mindestens eine eigene Domain auf den Namen Ihres Unternehmens, und die kostet jährlich Geld. Eine Gratisadresse unter fremder Marke lässt einen Betrieb kleiner wirken, als er ist.
Braucht jede Firmenwebsite ein Impressum?
Ja, wer geschäftsmäßig digitale Dienste anbietet, muss nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) leicht erkennbar und ständig verfügbar Name, Anschrift, Rechtsform, Vertretungsberechtigte, E-Mail-Adresse, Registereintrag und, falls vorhanden, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Fehlende oder falsche Angaben können nach § 33 DDG mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Muss meine Website barrierefrei sein?
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern, also etwa für Onlineshops und Buchungsstrecken. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Barrierefreiheit lohnt sich trotzdem, weil sie jede Website besser bedienbar macht.
Quellen
- freelancermap, Freelancer-Kompass 2026 (rund 5.400 Befragte)
- IONOS, MyWebsite Now: Tarife und Preise (abgerufen im November 2026)
- Bundesministerium der Justiz, Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), § 5 Allgemeine Informationspflichten
- Bundesministerium der Justiz, Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), § 3 Barrierefreiheitsanforderungen
- Google, web.dev: Web Vitals