Die Formeln der Rabattrechnung
- Preis nach Rabatt = Ausgangspreis × (1 − Rabatt ÷ 100).
- Rabattsatz = (Ausgangspreis − gezahlter Preis) ÷ Ausgangspreis × 100.
- Mehrere Rabatte nacheinander: Endpreis = Ausgangspreis × (1 − r1) × (1 − r2). Echter Gesamtrabatt = 1 − (1 − r1) × (1 − r2).
- Mehrabsatz für denselben Rohertrag insgesamt = Rabatt ÷ (Handelsspanne − Rabatt), wobei die Handelsspanne der Rohertrag in Prozent des Verkaufspreises ist.
- Handelsspanne nach dem Rabatt = (Handelsspanne − Rabatt) ÷ (1 − Rabatt).
Ob Sie den Rabatt auf den Netto- oder den Bruttopreis anwenden, ändert den Prozentsatz nicht: Die Umsatzsteuer wird auf den reduzierten Preis berechnet. Ihre Spanne rechnen Sie dagegen immer netto.
Drei Rabatte durchgerechnet
| Situation | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Artikel zu 80 €, 25 % Rabatt | 80 × 0,75 | 60 €, 20 € gespart |
| Angebot über 100 €, 20 % Rabatt, dann 10 % Treuerabatt | 100 × 0,80 × 0,90 | 72 €, ein echter Rabatt von 28 % |
| Statt 49,90 € jetzt 34,93 € | 14,97 ÷ 49,90 | 30 % Rabatt |
Der zweite Fall ist im B2B-Geschäft häufig, wo Lieferanten Rabattketten gewähren: einen Händlerrabatt auf den Listenpreis, dann einen Mengen- oder Treuerabatt. Von „30 % Rabatt“ zu sprechen wäre falsch. Arbeitet das Unternehmen mit 50 % Handelsspanne, senkt dieser Rabatt von 28 % seinen Rohertrag auf 22 € bei einem Verkauf zu 72 €, eine Spanne von 30,6 %.
Gegenüber Verbrauchern gilt bei Preisermäßigungen für Waren zusätzlich § 11 PAngV: Als Bezugspreis ist der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage anzugeben. Bei einer Aktion, die einen kurz zuvor schon gesenkten Preis erneut senkt, fällt der beworbene Rabatt deshalb oft kleiner aus als gedacht.
Was ein Rabatt wirklich kostet
Ein Rabatt geht direkt von Ihrer Marge ab. Bei 50 % Handelsspanne bringt ein Produkt zu 100 € einen Rohertrag von 50 €; mit 20 % Rabatt sind es 30 €. Für denselben Rohertrag insgesamt brauchen Sie 20 ÷ (50 − 20) = 67 % mehr Absatz. Bei 28 % Rabatt steigt der nötige Mehrabsatz auf 127 %. Erreicht der Rabatt Ihre Handelsspanne, verkaufen Sie zum Einstandspreis: Dann gleicht keine Menge der Welt das aus.
Das ist das Mindeste, was Sie vor einer Aktion prüfen sollten. Nicht berücksichtigt sind Kunden, die ohnehin zum vollen Preis gekauft hätten, und solche, die Sie durch das Angebot entdecken und wiederkommen: Die ersten machen die Aktion teurer, die zweiten helfen, sie zu finanzieren. Ihre genaue Handelsspanne ermitteln Sie aus Einstands- und Verkaufspreis mit dem Handelsspanne-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet man einen Rabatt in Prozent?
Preis nach Rabatt = Ausgangspreis × (1 − Rabatt ÷ 100). Ein Artikel für 80 € mit 25 % Rabatt kostet 80 × 0,75 = 60 €, Sie sparen 20 €. Der Rabattbetrag ist einfach Ausgangspreis × Rabatt ÷ 100.
Wie berechne ich den Rabattsatz zwischen zwei Preisen?
Rabattsatz = (Ausgangspreis − gezahlter Preis) ÷ Ausgangspreis × 100. Ein Produkt, das von 49,90 € auf 34,93 € reduziert wurde, ist 14,97 € günstiger, das sind 14,97 ÷ 49,90 = 30 % Rabatt. Teilen Sie immer durch den Ausgangspreis: Durch den reduzierten Preis geteilt kämen Sie auf 42,9 %, eine falsche und irreführende Zahl.
Addieren sich zwei Rabatte?
Nein, sie werden multipliziert. 20 % Rabatt und danach weitere 10 % sind nicht 30 %: Der zweite Rabatt gilt für einen bereits reduzierten Preis. Der Endpreis beträgt 0,80 × 0,90 = 72 % des Ausgangspreises, ein Gesamtrabatt von 28 %. Bei 100 € zahlt der Kunde 72 €, nicht 70 €.
Welchen früheren Preis darf ein Händler neben einem reduzierten Preis angeben?
Wer Verbrauchern gegenüber eine Preisermäßigung für eine Ware bekannt gibt, muss nach § 11 der Preisangabenverordnung den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er innerhalb der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung verlangt hat. Ein Streichpreis, der kurz vor der Aktion angehoben wurde, um einen größeren Rabatt zu bewerben, genügt dieser Regel nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?
Ein Rabatt ist ein Preisnachlass, der beim Kauf gewährt wird, etwa als Mengen-, Treue- oder Aktionsrabatt. Skonto ist ein Nachlass für schnelle Zahlung: Bei „2 % Skonto innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto“ darf der Kunde 2 % abziehen, wenn er binnen 10 Tagen zahlt, sonst ist der volle Betrag nach 30 Tagen fällig. Beide mindern beim Käufer die Anschaffungskosten.