LinkedIn-Umfrage erstellen und die Ergebnisse nutzen
Eine LinkedIn-Umfrage hat eine Frage mit 140 Zeichen und 2 bis 4 Optionen à 30 Zeichen. So erstellen Sie sie, Regeln, Ideen und Auswertung.
Von Hugo Marceau, Chefredakteur
Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Eine LinkedIn-Umfrage stellt eine Frage mit höchstens 140 Zeichen, bietet zwei bis vier Antwortoptionen mit je 30 Zeichen und läuft einen Tag bis zwei Wochen. Sie bringt Ihr Netzwerk mit einem einzigen Klick ins Gespräch und liefert schnelles Feedback, vorausgesetzt, Sie stellen eine echte Frage, greifen die Ergebnisse auf und setzen das Format sparsam ein.
Die Umfrage ist das einfachste Format auf LinkedIn: Man stimmt ab, ohne etwas zu tippen, deshalb machen viele mit. Genau deshalb wird sie auch oft missbraucht. Hier lesen Sie, wie Sie eine Umfrage erstellen, welche Regeln gelten und wie daraus ein nützliches Werkzeug wird statt einer Klickfalle.
Wie erstellen Sie eine Umfrage auf LinkedIn?
Am Desktop
- Klicken Sie oben auf Ihrer Startseite auf Beitrag beginnen.
- Klicken Sie im Beitragsfenster auf Mehr und dann auf das Symbol Umfrage erstellen.
- Geben Sie Ihre Frage und die Optionen ein (mindestens zwei, höchstens vier).
- Wählen Sie im Dropdown-Menü die Dauer (voreingestellt ist eine Woche).
- Klicken Sie auf Fertig, legen Sie fest, wer den Beitrag sehen darf, schreiben Sie einen Begleittext und klicken Sie auf Posten.
In der App: Tippen Sie auf Posten, dann auf Mehr und auf Umfrage. Der Rest läuft genauso.
Administratoren einer Unternehmensseite oder einer LinkedIn-Gruppe können die Umfrage auch direkt dort erstellen, damit sie unter dem Namen der Seite oder der Gruppe erscheint und nicht unter dem eigenen.
Welche Grenzen und Regeln gelten für LinkedIn-Umfragen?
| Element | Grenze |
|---|---|
| Frage | 140 Zeichen |
| Optionen | 2 bis 4 (5 unter iOS), je 30 Zeichen |
| Laufzeit | 1 Tag bis 2 Wochen, voreingestellt 1 Woche |
| Bearbeiten | nach dem Posten nicht möglich, nur Löschen |
| Wieder öffnen | nach Ablauf nicht möglich |
| Abstimmen | eine Stimme pro Mitglied, änderbar, solange die Umfrage läuft |
Für Unternehmen sind zwei Regeln besonders wichtig.
Die Stimmen sind für den Autor nicht anonym. Der Autor sieht, wer wie abgestimmt hat. Bei einer Unternehmensseite sehen es alle Administratoren, in einer Gruppe nur der Autor der Umfrage. LinkedIn schreibt ausdrücklich, dass es nicht garantieren kann, dass der Autor diese Angaben nicht weitergibt. Andere Mitglieder sehen nur Prozentwerte.
Manche Fragen sind verboten. Die FAQ von LinkedIn untersagt Fragen nach vertraulichen Daten oder nach Informationen, aus denen sich solche Daten ableiten lassen: ethnische Herkunft, religiöse, politische oder weltanschauliche Überzeugungen, sexuelle Orientierung, körperliche und geistige Gesundheit, Gewerkschaftszugehörigkeit. Eine Umfrage „Hatten Sie schon einmal einen Burn-out?“ verstößt dagegen, auch wenn sie gut gemeint ist. Das deckt sich mit Artikel 9 der DSGVO, der genau diese besonderen Kategorien personenbezogener Daten schützt. Weil Sie als Autor sehen, wer antwortet, verarbeiten Sie personenbezogene Daten: Überlegen Sie vorher, was Sie mit den Antworten anfangen und ob Sie Ihr Netzwerk darüber informieren.
Wofür lohnt sich eine Umfrage auf LinkedIn?
Vier Einsatzzwecke halten der Praxis stand.
- Eine Idee testen, bevor Sie Zeit investieren. Bevor Sie einen Ratgeber schreiben, eine Schulung oder ein neues Angebot starten, fragen Sie Ihr Netzwerk, welches von drei Themen es am meisten interessiert. Das ist ein schneller, kostenloser erster Schritt einer Marktanalyse, aber kein Ersatz dafür.
- Ein Gespräch anstoßen. Die Stimmen sind der Anlass, die Kommentare das Ziel. Eine Frage, bei der die Meinungen höflich auseinandergehen, bringt Menschen zum Reden.
- Eine zitierfähige Zahl gewinnen. Eine Umfrage mit einigen Hundert Stimmen ist keine Studie, zeigt aber einen Trend in Ihrem Netzwerk, den Sie in einem Artikel erwähnen können, wenn Sie die Herkunft nennen.
- Interessierte erkennen. Da Sie die Abstimmenden sehen, zeigt eine Umfrage zu einem konkreten Problem, wer es hat. Gehen Sie damit taktvoll um: Wer jedem Teilnehmer direkt danach ein Verkaufsangebot schickt, vertreibt ihn am schnellsten.
Wie formulieren Sie eine Umfragefrage, die Antworten bekommt?
Die Frage macht die ganze Arbeit. Ein paar einfache Regeln:
- Ein Gedanke pro Frage. „Was ist Ihr größtes Hindernis beim Export?“ statt „Welche Hindernisse und Ziele haben Sie beim Export?“
- Optionen, die sich ausschließen. Wenn jemand zwischen zwei Optionen schwankt, weil sie sich überschneiden, sind Ihre Ergebnisse unbrauchbar.
- Eine Option „Anderes (gern in den Kommentaren)“. Sie zeigt, woran Sie nicht gedacht haben, und macht aus einer Stimme einen Kommentar.
- Optionen unter 30 Zeichen. Das ist die technische Grenze. Schreiben Sie von Beginn an kurz, statt nachträglich zu kürzen.
- Kontext im Begleittext. Zwei oder drei Zeilen dazu, warum Sie fragen und was Sie mit dem Ergebnis machen.
Beispiel für eine Steuerberatungskanzlei
Wir planen ein Webinar für Inhaber kleiner Unternehmen. Welches Thema hilft Ihnen in diesem Quartal am meisten?
- E-Rechnung im Alltag
- Eigenes Gehalt planen
- Liquidität
- Anderes (Kommentare)
Die Frage ist klar, der Kontext sagt, wozu die Abstimmung dient, und die Optionen überschneiden sich nicht.
Welche LinkedIn-Umfrage passt zu welchem Ziel?
| Ziel | Beispielfrage |
|---|---|
| Ein Content-Thema wählen | „Welchen Ratgeber wünschen Sie sich zuerst?“ |
| Einen Bedarf prüfen | „Wie viel Zeit kosten Sie Angebote pro Woche?“ |
| Eine Debatte anstoßen | „Kann ein KMU komplett remote arbeiten?“ |
| Eine Veranstaltung vorbereiten | „Welches Workshop-Format bevorzugen Sie?“ |
| Eine Wahrnehmung messen | „Bringt Ihre Website Ihnen Anfragen?“ |
Vermeiden Sie Fragen mit offensichtlicher Antwort („Ist Ihnen Qualität wichtig?“) und Schein-Umfragen, die nur Ihr Produkt bewerben. Ihr Netzwerk durchschaut das schnell.
Was machen Sie mit den Ergebnissen?
Eine Umfrage, die ohne Nachspiel endet, ist eine verschenkte Chance. Planen Sie drei Schritte ein.
- Auf Kommentare antworten, solange die Umfrage läuft. Dort findet das Gespräch statt, und dort lernen Sie am meisten.
- Zum Ende eine Auswertung posten. Ein kurzer Beitrag: die Zahlen, was Sie überrascht hat, was Sie daraus machen. Dieser zweite Beitrag bringt oft mehr Sichtbarkeit als die Umfrage selbst.
- Die Daten weiterverwenden. Ein Umfrageergebnis kann in einen Blogartikel, einen Newsletter oder eine Vertriebspräsentation einfließen, solange Sie Quelle und Zahl der Teilnehmenden angeben. So recyceln Sie Inhalte über mehrere Formate.
Prüfen Sie vor dem Auswertungsbeitrag, wenn möglich, wie sich die Stimmen auf Zielgruppen verteilen. Da Sie sehen, wer abgestimmt hat, erkennen Sie, ob die Siegeroption von Kunden, Branchenkollegen oder Jobsuchenden kam, und das ändert oft die Bedeutung des Ergebnisses. Ein Thema, das vor allem andere Berater gewählt haben, ist nicht unbedingt das, was Ihre Käufer wollen.
Bleiben Sie statistisch vorsichtig. Ihre Teilnehmenden sind Mitglieder Ihres Netzwerks, die den Beitrag zufällig gesehen haben, keine repräsentative Stichprobe. Schreiben Sie „62 % von 240 Abstimmenden“, niemals „62 % der Unternehmer“.
Welche Fehler sollten Sie bei LinkedIn-Umfragen vermeiden?
- Jede Woche eine Umfrage posten. Das Format nutzt sich schnell ab, und Ihr Netzwerk überliest es. Eine Umfrage im Monat innerhalb eines abwechslungsreichen Posting-Rhythmus reicht.
- Standardmäßig zwei Wochen wählen. Je länger die Umfrage läuft, desto weniger aktuell wirkt die Frage. Eine Woche ist ein guter Standard.
- Den Zeitpunkt ignorieren. Wie jeder Beitrag profitiert eine Umfrage davon, dann zu erscheinen, wenn Ihr Publikum online ist. Mehr dazu in unserer Auswertung zur besten Zeit für LinkedIn-Posts.
- Einen Tippfehler stehen lassen. Bearbeiten ist nach dem Posten nicht möglich, also Korrektur lesen.
Die Umfrage ist ein Format unter vielen. Sinnvoll wird sie innerhalb einer Social-Media-Strategie mit klarem Ziel und in einem Inbound-Marketing-Ansatz, in dem jeder Inhalt den nächsten vorbereitet.
Häufige Fragen
Wie viele Antwortoptionen kann eine LinkedIn-Umfrage haben?
Am Desktop und in der Android-App zwei bis vier Optionen mit je höchstens 30 Zeichen. Laut der LinkedIn-Hilfe erlaubt die iOS-App bis zu fünf, doch vier sind die sichere Grenze, wenn Sie von verschiedenen Geräten posten. Die Frage selbst darf höchstens 140 Zeichen lang sein, also formulieren Sie sie von Anfang an knapp.
Ist eine LinkedIn-Umfrage anonym?
Nicht gegenüber dem Autor. Wer die Umfrage erstellt hat, sieht, wer abgestimmt hat und wofür. Bei einer Umfrage einer Unternehmensseite sehen das die Administratoren der Seite. Andere Mitglieder sehen nur die Prozentwerte. LinkedIn schreibt selbst, dass es nicht garantieren kann, dass ein Autor die Stimmen nicht weitergibt.
Kann man eine LinkedIn-Umfrage nachträglich bearbeiten?
Nein. Nach der Veröffentlichung lässt sich eine Umfrage nicht mehr bearbeiten, nur löschen, und eine abgeschlossene Umfrage kann nicht wieder geöffnet werden. Ein Tippfehler oder eine fehlende Option zwingt Sie also, neu zu posten und die bisherigen Stimmen zu verlieren. Prüfen Sie Frage und Optionen deshalb vor dem Klick auf Posten.
Wie lange sollte eine LinkedIn-Umfrage laufen?
LinkedIn bietet Laufzeiten von einem Tag bis zu zwei Wochen, voreingestellt ist eine Woche. Eine Woche passt für die meisten Netzwerke. Ein Tag genügt für eine Frage zu einem aktuellen Ereignis, zwei Wochen helfen vor allem Unternehmensseiten, die selten posten. Je länger die Umfrage läuft, desto weniger dringlich wirkt die Frage.
Quellen
- LinkedIn Hilfe, LinkedIn Polls erstellen (abgerufen im November 2026)
- LinkedIn Hilfe, Häufig gestellte Fragen zu LinkedIn Umfragen (abgerufen im November 2026)
- LinkedIn, Tapping into the Power of Your Professional Network with Polls (Mai 2020)
- EUR-Lex, Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679, Artikel 9